Bunt, laut, interkulturell – Cameo Kollektiv

„Wir glauben, jeder Mensch bereichert unsere Welt, egal, woher er kommt. Dafür braucht er eine Chance – und die beginnt in unseren Köpfen. Wir finden, miteinander reden hilft - und gemeinsam Ideen realisieren noch mehr.“

von Cameo Kollektiv

Lauter kreative Köpfe, alle Menschen, egal welcher Herkunft, kommen zu Wort und vernetzen sich miteinander, das ist der Verein Cameo Kollektiv. Mit seinen Projekten, Kampagnen, Workshops und den hochwertigen Publikationen schaffen sie Platz für mehr Vielfalt.

In der sogenannten „Flüchtlingsfrage“ zu einem Austausch anregen, das ist das Ziel des „Cameo Magazins“. Die ersten beiden Ausgaben starteten mit Porträtaufnahmen und Briefen von Geflüchteten zum Thema Gastfreundschaft. Fotos und Texte stammen aus Unterkünften in Aachen und im Kloster Weingarten, wo die Fotografen Sebastian Cunitz und Julius Matuschik jeweils für mehrere Wochen vor Ort waren.

Cameo_Kloster Weingarten_Sofa

Cameo_Kloster Weingarten_Tischtennis

Cameo_Kloster Weingarten-Zimmer

Cameo_Kloster Weingarten_Regenschirm

Cameo_Kloster Weingarten_Baum
Aus dem Cameo Magazin “Gedanken über Gastfreundschaft”. Kloster Weingarten. Fotos: Cameo Kollektiv

“(…) Wir, das sind 37 Jungs, sechs Kameruner, zwölf Nigerianer und 19 Eritreer, sind alle gleichzeitig hier angekommen. Alles in allem war der erste Monat gut. Die Lebensbedingungen hier sind wirklich gut. Zwei bis drei Personen teilen sich einen Raum mit Badezimmer und es gibt eine Gemeinschaftsküche sowie ein großes Wohnzimmer. Schwester Ines und Schwester Regina kümmern sich um uns.
Dank der gastfreundschaftlichen Natur der Deutschen bekommen wir 329 € im Monat, wovon wir unser Essen und unsere lebensnotwendigen Anschaffungen bezahlen. Wie so oft im Leben gibt es auch hier Vor- und Nachteile, Wohlwollen und Missgunst. Das Wort Rassismus existiert überall auf der Welt.
Ich denke, wir alle wurden von ein und demselben allmächtigen Gott geschaffen, deshalb sollten Flüchtlinge genauso behandelt werden, wie alle anderen Menschen auch. Aufgrund des Verhaltens vieler Europäer, stelle ich mir Tag und Nacht die Frage, ob es denn ein Verbrechen ist, schwarzhäutig zu sein, denn manchmal behandelt man uns so, als ob wir keine Menschen wären. Wir alle müssen sterben, egal ob man reich und gesund oder arm und krank ist, wir alle sind gleich. (…)“
– Auszug aus einem der im Magazin “Gedanken über Gastfreundschaft” veröffentlichten Briefe

Motiviert durch die Erfahrungen der bisherigen Arbeit, möchte die wachsende Initiative nun noch mehr individuelle Perspektiven aufzeigen und Menschen eine Stimme verleihen. Der neue Leitspruch für die dritte Ausgabe des „Cameo Magazins“ und andere aktuelle Projekte ist nun weiter gefasst: Identität sichtbar und erfahrbar machen.
Die neue Ausgabe soll eine Plattform schaffen, auf und an der jeder kreative Mensch mitarbeiten kann. Über Darstellungsform und Aussage entscheiden die Autor*innen selbst. Dies schafft Raum, zu diskutieren und sich kontrovers auszutauschen.
Die Vorbereitungen des dritten Magazins laufen auf Hochtouren. Die neue Ausgabe widmet sich dem weitreichenden Thema „Ankommen“.
Die Themen und Inhalte des Magazins sollen in einer kollektiven Zusammenarbeit entstehen. Jede*r Interessierte im Raum Hannover ist dazu eingeladen, das Projekt kreativ mitzugestalten und seinen Gedanken in Form von Beiträgen Ausdruck verleihen. Mit dieser Öffnung für diverse Beiträge wagt diese dritte Ausgabe ein neues Konzept: Der Verein verlagert sein Augenmerk auf eine neue Vielfalt von Akteuren, die sich durch die Arbeit am Magazin begegnen und austauschen können, denn dieses Thema geht alle Menschen in unserer Gesellschaft etwas an. Vor allem aber will das Kollektiv dazu beitragen, Brücken zu bauen. In diesem Bestreben wird es das Ankommen der geflüchteten Menschen in unserer Gesellschaft über die nächsten Jahre begleiten.

 

Mehr Infos über Cameo Kollektiv und weitere spannende Projekte auf www.cameo-kollektiv.de