Ein Journalist verkauft Brot und Kuchen

Unser Autor berichtet wie schwierig der Einstieg in den Arbeitsmarkt für ihn ist und welche Kompromisse er eingeht, um in Zukunft in weniger Ungewissheit leben zu können.

von Saleh Kahal

Saleh Kahal an seinem Arbeitsplatz in der Bäckerei. Foto: privat.

Das Leben hält viele Herausforderungen für uns bereit. Und häufig sind wir damit beschäftigt, uns selbst und auch den anderen zu beweisen, dass wir in der Lage sind, die Höhen und Tiefen zu überstehen. Schwierig wird es, wenn wir uns bei all dem zugleich mit einer anderen Kultur und Gesellschaft vertraut machen müssen und das möglichst schnell unter mehr als schwierigen Umständen. Dann finden wir uns in einem Wettbewerb wieder, der viel Geduld und Anstrengung abverlangt.

Berufstätigkeit als größerer Garant für das Aufenthaltsrecht

Es gibt in Deutschland viele unterschiedliche Meinungen über die Bedeutung des Begriffes „Integration“. In Anbetracht der großen Anzahl an Newcomer*innen ist der bloße Gang in die Disco oder der Griff zum Bierglas in Begleitung deutscher Freunde vielleicht doch kein allzu hilfreiches Kriterium für Integration.

Aus einem realistischen Blickwinkel betrachtet, könnte man Integration als die Umsetzung der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) herausgegebenen Bedingungen verstehen – für die Verwirklichung einer echten Integration und in der Konsequenz einer anschließenden Verlängerung des Aufenthaltes oder der Ausstellung einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis. So ist das Beherrschen der Grundlagen der deutschen Sprache oder der Erhalt eines Fortgeschrittenen- Sprachzeugnisses nicht das einzige Kriterium. Eigentlich ist erst der Einstieg in den Arbeitsmarkt der abschließende Schritt dieses Prozesses. Womöglich ist es sogar dessen Hauptziel, dass man in einer Gesellschaft tätig sein kann, die einen mindestens in der nahen Zukunft als fähige Arbeitskraft braucht. Dies betrifft gerade die jugendlichen Newcomer*innen.

Journalist und doch Verkäufer

Ja, ich bin Journalist und habe einen Abschluss in Journalismus. Und diese Antwort genügt, um in den Gesichtern meiner Kund*innen und sogar meiner Kolleg*innen Stirnrunzeln hervorzurufen. Es folgt die Frage: „Und warum arbeitest du nicht in diesem Berufsfeld?“, sodass ich gezwungen bin, mehr zu erklären. Meine Sprachkenntnisse sind noch nicht ausreichend, um wieder im Medienbereich zu arbeiten. Insbesondere, da ich wieder, wie früher, vor der Kameralinse stehen will und das Schwerste am Lernen einer Fremdsprache nunmal das fließende Sprechen ohne Stocken ist. Hier ist es die „Arbeitssprache“, die ich benötige, aber nicht ausreichend beherrsche. Obwohl das im Gegensatz zu dem steht, was einige meiner deutschen Kollegen meinen, wenn sie mir sagen: „Du sprichst doch sehr gut Deutsch!“

Tatsächlich gibt es vielleicht doch nicht nur diesen einen Grund, warum ich eine Arbeit gewählt habe, die nicht in mein Spezialgebiet fällt oder mit meinen akademischen Qualifikationen und meiner Berufserfahrung übereinstimmt. Denn die Arbeit mit einem formalen Vertrag sichert mir ein festes monatliches Gehalt. So bin ich imstande, meine Ausgaben zu bezahlen und die erforderlichen Bedingungen für meinen Aufenthaltsstatus zu erfüllen. So erhöhen sich auch meine Chancen auf einen unbefristeten Aufenthalt. Aber ich bin nicht der einzige, es gibt viele Newcomer*innen, unter ihnen viele junge Menschen. Sie alle streben nach Sicherheiten, die ihnen das Recht auf Bleibe und Arbeit garantieren, um sich in Ruhe eine Zukunft aufbauen zu können. Eine Zukunft fernab von der Angst vor sich wandelnden Gesetzen und Entscheidungen, die bisweilen getroffen werden und der Zukunft der Newcomer*innen ungewisse Konturen geben.

Ausgehend davon bleibe ich bei meiner derzeitigen Arbeit. Obwohl ich an journalistischen Workshops bei Zeitungen und Webseiten teilgenommen und Praktikumsplätze in den Medien erhalten habe, bliebt es immer noch bei einigen Artikeln und Texten. Bei dem, was unbezahlt ist, zumeist unter freiwillige Arbeit fällt und sich in einem engen thematischen Rahmen bewegt, der über die Diskussion der Angelegenheiten der Newcomer*innen nicht hinausgeht.

Was meine derzeitige Arbeit betrifft, so bin ich zufrieden und erfülle alle meine Aufgaben. Tatsächlich ist mein Arbeitsplatz ein Café, in dem man Brot, Süßigkeiten, verschiedenste Sorten Kaffee, kalte, alkoholische Getränke und Kuchen kaufen kann. Meine Hauptaufgabe als Verkäufer ist es, hinter der Kasse zu stehen, Buch zu führen, den Kunden in bester Weise gegenüberzutreten und stets zu ihrer Verfügung zu stehen. Ich arbeite inzwischen „Vollzeit“, das heißt also ungefähr siebeneinhalb Stunden täglich, in einer der Hauptfilialen im Stadtteil Adlersdorf in Berlin. Zuvor hatte ich noch in einer der kleinen Filialen in der Stadt Fürstenwalde nahe Berlin gearbeitet, wo ich wohne und mich erstmals um diesen Job bewarb. Die Schwierigkeiten bei der Arbeit und in der Kommunikation waren nur in den ersten Tagen eine Hürde, als es darum ging, die Grundlagen des Berufs und des Verkaufs zu erlernen. Die Sprache war hier aber nicht, wie zuvor, ein Hindernis, sondern ganz im Gegenteil eine Hilfe dabei, neue Arten des sprachlichen Austauschs und darüber hinaus die Kultur der Deutschen aus der Nähe kennen zu lernen – was ihnen gefällt und was nicht. So stehe ich täglich verschiedensten gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen gegenüber und sammle dadurch Erfahrung für’s Leben. Das steht dem, was wir in unserem Studium lernen, an Wichtigkeit in nichts nach. Bis auf den persönlichen Austausch, versteht sich. Hier kann ich nun schließlich doch sagen, dass das Biertrinken oder das Sitzen im Café mit einem Arbeitskollegen nach einem harten Arbeitstag für die Integration tatsächlich sehr, sehr hilfreich sein wird.
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صحفي ولكن يبيع الخبز والكيك

كثيرة هي التحديات التي تمليها علينا ظروف الحياة ، والتي يسعى المرء من خلالها أن يثبت لنفسه قبل أن يثبت للآخرين أنه قادرٌ على خوض غمارها، ولكن عندما تكون هذه التّحديات مرافقةً لثقافة ومجتمع مختلفين، ومرهونة بفترة زمنية محددة وشروط أقل ما يمكن إن يقال عنها أنها صارمة، نجد أنفسنا أمام منافسة تتطلب الكثير من الصبر والجهد.

الحصول على عمل لضمان أكبر في البقاء:

تختلف وجهات النظر في تفسير مفهوم الاندماج في ألمانيا ، ولكن في ظل الأعداد الكبيرة للاجئين قد لا يكون الذهاب إلى صالة الرقص أو الإمساك بزجاجة بيرة بصحبة بعض الأصدقاء الألمان إحدى العوامل المساعدة!

من وجهة نظر واقعية، قد يكون الاندماج هو تحقيق الشروط والمتطلبات الصادرة عن المكتب الاتحادي للهجرة واللاجئين لتحقيق الاندماج الفعلي وبالتالي تمديد فترة الإقامة أو الحصول على إقامة دائمة غير محددة الأجل. فإجادة أساسيات اللغة الألمانية أو الحصول على شهادة في مستوى متقدم ليسا الشرط الوحيد، وإنما الدخول إلى سوق العمل هو ما يشكل الجزء المكمّل لهذه المعادلة وربما الغاية الرئيسية ليستطيع المرء أن يكون فاعلاً في مجتمع جل ما يحتاجه في قادم الأيام هو القوة العاملة، وعلى وجه التحديد الفئة الشابة منها.

صحفي ولكن بائع في متجر!!!

نعم، أنا صحفي وأحمل شهادة في الصحافة، يكفي أن أجيب عن هذا السؤال حتى ترتسم ملامح التعجب على وجوه الزبائن أو حتى زملائي في العمل ليتبعها سؤال ” لماذا لا تعمل في مجالك المهني؟ ” لأجد نفسي مضطرا لإلقاء السبب بالكامل على أن معرفتي اللغوية لاتزال دون المستوى المطلوب للعمل مجددا في حقل الإعلام، لا سيما أن رغبتي هي الوقوف أمام عدسة الكاميرا من جديد كما كنت في يوم من الأيام، وبما أن الجزء الأصعب في تعلم أي لغة أجنبية هو الحديث بطلاقة دون تلكؤ. هنا تكون هنا ” لغة العمل” التي أحتاجها لذلك غير كافية، على عكس ما يجد بعض الألمان من زملائي في العمل عندما يقولون لي: ” ولكنك تتحدث الألمانية بشكل جيد جدا!”.

في الحقيقة، قد لا يكون هذا هو السبب الوحيد لاختياري عملا لا يندرج  تحت اختصاص المهنة أو حتى لا يتناسب مع المؤهلات الأكاديمية وخبرات العمل، وإنما الحاجة للحصول على عمل  بعقد رسمي يضمن لي المرتب الشهري الثابت الذي أكون من خلاله قادراً على تحمل نفقاتي الخاصة، وبالتالي مطابقة الشروط المطلوبة بعد انقضاء الفترة الأولى من الإقامة، وزيادة فرصتي في الحصول على الإقامة المفتوحة، والتي تشكل اليوم، من وجهة نظري، الرقم الصعب في وجه العديد من الشبان اللاجئين الطامحين إلى ضمانات تكفل لهم الحق في البقاء والعمل بهدوء على بناء مستقبل أفضل بعيداً عن مخاوف القوانين المتجددة والقرارات المتغيرة التي تصدر كل حين والتي تجعل مستقبل اللاجئين مجهول المعالم .

 من هذا المنطلق أصبحت متمسكاً في عملي الحالي، الشيء الذي لم أتمكن حتى الآن من تحقيقه في مجال العمل الصحفي في ألمانيا على الرغم من مشاركتي في ورشات العمل الصحفية في بعض الصحف والمواقع الالكترونية أو الحصول على مقعد تدريبي في بعض وسائل الإعلام، إلا أن هذه المشاركات ما تزال مقتصرة على بعض المقالات والنصوص والتي لا تحقق الأجر المادي المطلوب وفي كثير من الأحيان  يغلب عليها طابع العمل التطوعي وانحصار المضمون في دائرة ضيقة لا تتجاوز الحديث عن شؤون اللاجئين.

أما في عملي الحالي فأنا أشعر بالرضى وأقوم بمهامي على أكمل وجه، وبوصف دقيق للمكان هو مقهى لبيع الخبز والحلويات ومختلف أنواع القهوة بالإضافة إلى المشروبات الباردة وقطع الكاتو، مهمتي الرئيسية كبائع هي الوقوف خلف صندوق البيع، المحاسبة، حسن معاملة الزبائن، والوقوف عند رغباتهم. أعمل في دوام كامل أي مايقارب السبع ساعات والنصف يومياً، أعمل الآن فى أحد أفرع الشركة الرئيسية في برلين في منطقة ادلارس هوف، أما سابقا كنت أعمل في إحدى الأفرع الصغيرة في مدينة فورستنفالدة بالقرب من برلين حيث أسكن وتقدمت للحصول على الوظيفة أول مرة. لم تشكل صعوبات العمل والتواصل عقبة إلا في الأيام الأولى فقط لفهم ما تتطلبه أساسيات المهنة وتعلم البيع، ولم تشكل اللغة هنا عائقا كما في تجارب سابقة، على العكس من ذلك هي عامل مساعد في التعرف على أسلوب تواصل لغوي مغاير لما تعلمته في المدرسة إضافة إلى التعرف على ثقافة الشعب الألماني عن كثب، ماذا يحب وماذا يكره. فكل يوم أقابل نماذج من مختلف الطبقات الاجتماعية والأعمار، ما يساعدني في جمع خبرات حياتية لا تقل أهمية عن ما نتعلمه في مقاعد الدراسة ولكن في معزل عن الاختلاط الفعلي. هنا أستطيع أن أقول أخيراً أن احتساء كأسٍ من الجعة أو الجلوس في أحد المقاهي مع أحد زملاء العمل بعد يوم عمل شاق سيكون سيكون بالتأكيد عاملاً مساعداً على الاندماج .

صالح كحال

Saleh Kahal (* 1991 in Damaskus, Syrien ) ist ein syrischer Journalist . Er hat ein Studium des Journalismus an der Universität von Damaskus abgeschlossen und in Syrien, als Redakteur und Moderator für TV und Radiosender gearbeitet. Seit Oktober 2015 lebt er in Deutschland und hat an journalistischen Workshops beim „Tagesspiegel“ in Berlin teilgenommen.

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