Ferials Gedanken

Das wichtigste ist, dass du dir deiner Gedanken und Ideen bewusst bist, denn was du über das Heute denkst, gestaltet deine Zukunft.

von Ferial Berghli

Ferial, Januar 2016. Foto: Heike Steinweg
Ferial Berghli. Januar 2016. Foto: Heike Steinweg

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn du herausfindest, dass deine Gedanken nicht real sind. Du denkst, du hast eine Idee – dann erkennst du plötzlich, es ist gar nicht deine eigene! Tatsächlich erinnerst du dich einfach nur: du hast irgendwo von irgendwem schon Mal davon gehört. Einmal habe ich meinem Bruder erzählt, dass ich ein neues Wort erfunden habe. Eine Mischung aus Stadt und Dorf (so etwas wie Storf, nur eben auf Arabisch, meiner Muttersprache), ein Wort, das die Sprache bereichern und ihr neuen Schwung geben könnte. Aber er erklärte mir, dass er das Wort schon einmal gehört hat, dass es ihn an den Namen eines Buches erinnert.

So etwas passiert, aber das wichtigste ist, dass du dir deiner Gedanken und Ideen bewusst bist, denn was du über das Heute denkst, gestaltet deine Zukunft. Wenn du mal schlecht gelaunt bist, dann ist das so, weil du negative Gedanken hast, es ist nichts Reales, aber du denkst, es wäre real. An etwas zu glauben, das nicht real ist, kann gefährlich sein. Krieg ist das Ergebnis von Angst. Und Angst ist häufig eine Projektion oder Illusion. Unser wahrer Ursprung ist die Liebe, nicht die Furcht.

Denk immer daran. Denke an das, was du willst und lasse hinter dir, was du nicht willst.

Ferial Berghli ist 61 Jahre alt. Sie wurde in Damaskus in Syrien geboren, wo sie lebte bis sie durch die Gewalt des Assad-Regimes gezwungen wurde ihre Heimat zu verlassen. In Damaskus studierte und unterrichtete sie Englisch. Ferial interessiert sich schon sehr lange für Politik, einmal schmuggelte sie in der Kleidung ihrer Kinder eine regimekritische Zeitung von Syrien nach Bagdad.