Interventionen Berlin

Refugees in Arts and Education

von Caroline Kraft

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Flyer „Interventionen – Refugees in Arts and Education“. Berlin 2016. Foto: Plattform Interventionen

Am 3. und 4. Juni finden in Berlin die „Interventionen – Refugees in Arts and Education“ statt. Das Festival bietet in diesem Jahr die Möglichkeit eines praxisorientierten Austauschs mit Migrant*innen- und Geflüchteten-Selbstorganisationen, um gemeinsame Handlungsperspektiven und nachhaltige Strategien weiter zu entwickeln und notwendige politische Forderungen zu formulieren.

„Interventionen“ ist eine Austausch- und Begegnungsplattform, die 2014 von der Abteilung Kulturelle Bildung der Kulturprojekte Berlin initiiert wurde. Dabei geht es einerseits darum, sich mit wechselnden Themenschwerpunkten auseinanderzusetzen, und andererseits eine breitere Öffentlichkeit in die Diskussionen miteinzubeziehen. „Nachdem wir uns im ersten Jahr mit Stadtentwicklung beschäftigt haben, zeichnete sich schon im Herbst 2014 ab, dass die Kulturelle Bildung von und mit Geflüchteten ein wichtiges Thema werden würde, mit dem wir uns vorerst drei Jahre bis 2017 beschäftigen wollten“, sagt der Projekleiter Moritz von Rappard.

Im letzten Jahr wurde bereits eine Bestandsaufnahme des Themas „Refugees in Arts and Education“ vorgenommen. Aktuell geht es vor allem darum, Themen und Diskurse von Selbstorganisationen aufzuzeigen und weiterzutragen sowie wichtige Fragen zu stellen: Wie kann Diskriminierung abgebaut werden, damit gesellschaftliche und politische Zugänge für alle verfügbar sind und kulturelle Mitgestaltung und Selbstrepräsentation ermöglicht werden? Wie gelingen Solidarität und Vernetzung?

Am Freitag, den 3. Juni, finden die „Interventionen“ als Tagung statt: In thematischen Workshops und Impulsvorträgen wird ausgehend von wichtigen Grundbedürfnissen wie Arbeit, Bildung und Wohnen diskutiert. Workshopthemen sind u.a. „Selbstorganisation von Refugees – Zwischen Empowerment und Intersektionalität“, „ Zugänge zum Arbeitsmarkt “ und „Kunst und Aktivismus“.

Am Samstag, den 4. Juni, wird es bunt: Auf dem Mariannenplatz und in der Nürtingen-Grundschule finden am Nachmittag zwei parallel stattfindende Bühnenprogramme mit Projektvorstellungen und Performances statt. Außerdem gibt es geführte Kiez-Touren in Kreuzberg, bei denen unterschiedliche Selbstorganisationen von Refugees und anderen marginalisierten Communities besucht werden. Die Teilnehmenden begegnen künstlerischen und politischen Projekten im Gespräch und bei kurzen Lesungen.

Moritz von Rappard freut sich über den Erfolg des Festivals. „Die ‚Interventionen’ haben sich nach nur zwei Ausgaben zu einem bundesweit wahrgenommenen Format zwischen Tagung und Festival entwickeln können, das sich insbesondere auch durch seinen offenen Werkstattcharakter auszeichnet. Grundsätzlich geht es uns weniger darum, die Helden der Szene einzuladen, als vielmehr einen Rahmen zu schaffen, in dem auch vielleicht noch nicht ganz fertige, aber umso wegweisendere Ideen formuliert und im Dialog weiter entwickelt werden können.“

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