Karam

porträtiert von Jacobia Dahm

Karam, 21. Foto: Jacobia Dahm, Berlin 2015
Karam, 21. Foto: Jacobia Dahm, Berlin 2015

Karam war Fotojournalist und arbeitete freiberuflich für Reuters in Aleppo, bevor er aus Syrien floh. Er hatte eine Leidenschaft für die Politik und wurde Teil der Revolution, nachdem die syrische Regierung 2011 Kinder gefoltert hatte. Aber er fand die Alternativen gleichermaßen unzureichend. Über Assads Regime sagt er wütend: „Ich will nicht kämpfen. Ich will Freiheit. Aber sie haben uns dazu gezwungen, Waffen zu tragen.“ Als ich ihn fragte, ob er eine Möglichkeit sieht, in seine Heimat zurück zu kehren, hielt er inne und stützte seinen Kopf auf die Hände. Dann sagte er langsam: „Stell bitte nicht diese Frage. Stell keinem Syrer diese Frage. Du bringst uns damit nur zum Weinen.“ Er kam im Juni 2015 in Berlin an.

Als Jacobia Dahm den Sommer 2015 in Berlin verbrachte, erfuhr die Stadt eine große Veränderung: Täglich kamen tausende neuer Menschen, Syrer, die aus ihrem geliebten, aber vom Krieg zerstörten Land geflohen waren. Jacobia wollte mit ihnen über ihre gefahrenvolle Reise und ihr zurückgelassenes Leben sprechen und begann sie zu porträtieren.