Nadim, 24

Nadim porträtiert von Jacobia Dahm

Nadim (24). Foto: Jacobia Dahm, Berlin 2015
Nadim (24). Foto: Jacobia Dahm, Berlin 2015

Nadim verließ Syrien 2012, als das Leben dort zunehmend unsicherer wurde. Er ging nach Jordanien, wo er Filmproduktion studierte und dann in die Türkei, wo er eine Ausbildung zum Toningenieur absolvierte. Nadim wanderte mit einer Gruppe von Freunden von Izmir nach Berlin, die Reise zu Fuß dauerte 23 Tage. Die Gruppe lief durch Mazedonien, Serbien und Ungarn; dort wurde er von der ungarischen Polizei aufgegriffen, als er aus dem Wald trat, um ein Taxi zu finden. In den ungarischen Lagern schlug man ihn so hart, dass er Verletzungen davontrug. Als er um einem Anwalt bat, bekam er zur Antwort: “Glaubst du, du bist in Schweden?” Nadim kam im August 2015 in Berlin an. Seine Eltern siedelten sich in Saudi-Arabien an, seine Schwester ist immer noch zu Hause in Damaskus. August 25, 2015.

Als Jacobia Dahm den Sommer 2015 in Berlin verbrachte, erfuhr die Stadt eine große Veränderung: Täglich kamen tausende neuer Menschen, Syrer, die aus ihrem geliebten, aber vom Krieg zerstörten Land geflohen waren. Jacobia wollte mit ihnen über ihre gefahrenvolle Reise und ihr zurückgelassenes Leben sprechen und begann sie zu porträtieren.