Najlaa, 40, mit Mahmood, 5, und Jasan, 7

porträtiert von Jacobia Dahm

Najlaa (40) mit Mahmood (5) und Jasan (7). Foto: Jacobia Dahm, Berlin 2015
Najlaa (40) mit Mahmood (5) und Jasan (7). Foto: Jacobia Dahm, Berlin 2015

Najlaa verließ ihre kleine Heimatstadt in der Nähe von Damaskus, kurz nach dem Beginn der Angriffe durch die Regierung. Sie ging mit ihren zwei kleinen Kindern, die jetzt 5 und 7 sind, und ihrem Neffen, ebenfalls 7, erst nach Jordanien. Dort verbrachte sie drei Jahre in dem riesigen Flüchtlingscamp Zaatari. Sie beschloss, das Land zu verlassen, nachdem ein jordanischer Polizist ihr nahelegte, sie wäre sicherer, wenn sie ihre kleine Tochter an ihn verheiratete. Najlaas Fahrt durch die Türkei dauerte drei Monate. Sie reiste in einer Gruppe mit 250 Menschen, aber sie war die einzige mit Familie und sie hatte das Gefühl, die anderen dächten, sie bremste ihren Fortschritt. In Mazedonien nahm die Polizei sie fest, und drohte, sie nach Griechenland zurück zu bringen. Aber Najlaa war so entschlossen und verzweifelt, dass sie sich ein Messer an die Kehle hielt und erklärte, sie würde eher sterben, als die Rückreise anzutreten. Die mazedonische Polizei war überrascht und half ihr, an die serbische Grenze zu gelangen. In Ungarn rief ein Hotelbesitzer die Polizei, nachdem er ihr Geld abgenommen hatte. Sie kam im Mai 2015 in Berlin an, wo sie jetzt in einem Flüchtlingsheim lebt. Die älteren beiden Kinder wurden gerade eingeschult.

Als Jacobia Dahm den Sommer 2015 in Berlin verbrachte, erfuhr die Stadt eine große Veränderung: Täglich kamen tausende neuer Menschen, Syrer, die aus ihrem geliebten, aber vom Krieg zerstörten Land geflohen waren. Jacobia wollte mit ihnen über ihre gefahrenvolle Reise und ihr zurückgelassenes Leben sprechen und begann sie zu porträtieren.