Das Magazin des Cameo Kollektivs

Das Cameo Kollektiv bringt Geflüchtete und Einheimische bei der Arbeit im Team zusammen. Vor kurzem ist die Redaktion in temporäre Räume ins Zentrum von Hannover gezogen und bereitet dort die dritte Veröffentlichung vor. In der neuen Ausgabe des Magazins wird sich alles um das Thema ANKOMMEN drehen.

von Cameo Kollektiv

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Jeden Mittwoch finden öffentliche Redaktionssitzungen statt, zu denen alle Mitwirkenden und Interessierten eingeladen sind.

„Die Stärke der Demokratie liegt in dem Recht auf Mitsprache. Die Stärke unserer Gesellschaft ist ihre wachsende Vielfalt.“

Das ist der Leitgedanke des Cameo Kollektiv, ein in Hannover gegründeter Verein. Bereits seit 2013 regt das 17-köpfige Kollektiv durch viele Projekte zum interkulturellen Austausch an und ermutigt zur gesellschaftlichen Teilhabe. Neben Ausstellungen und Workshops gelang es vor allem durch zwei Printmagazine, Geflüchtete und Einheimische zusammenzubringen.

Das aktuelle und dritte Magazinprojekt findet unter der Schirmherrschaft von Doris Schröder-Köpf statt. Es begann Mitte des Jahres mit Workshops zu den Themen Journalismus, Fotografie und Kreativem Schreiben, die durch erfahrene Medienschaffende aus dem Raum Hannover geleitet wurden. Ziel dabei war es, die vielen Interessierten an die Grundlagen des journalistischen Arbeitens und der Magazingestaltung heranzuführen.

Im September ist das Projekt in sein temporäres Redaktionsbüro mitten in Hannover eingezogen. Seitdem arbeiten jeden Wochentag von 10 bis 22 Uhr Menschen mit und ohne Flucht- oder Migrationsgeschichte an der dritten Ausgabe des Cameo Magazins. Von der Planung bis zur Nachbearbeitung, vom Titelbild bis zum Impressum entsteht dieses Magazin als Kollektivarbeit. Unterstützung erfährt das Team dabei von einer 8-köpfigen Redaktion. Über mehrere Monate hinweg geht es nun darum, sich zum Thema ANKOMMEN in all seinen Facetten Gedanken zu machen: Wie fühlt es sich an, wenn man ankommt? Wie will man ankommen? Und wo? Nach den ersten offenen Redaktionssitzungen wurden bereits Themen aus einer vielfältigen Sammlung herausgenommen, die von den Mitwirkenden bearbeitet werden. Ob mit der Kamera, Stift und Papier oder dem Pinsel – es sind keinerlei kreative Grenzen gesetzt.

Neben der Magazinproduktion ist ein weiteres Ziel, neue Ideen zu entwickeln: Über die Frage, wie man in Zukunft zusammenleben möchte, über aktuelle Problemstellungen oder den individuellen Alltag. Die größte Motivation aller besteht allerdings darin, tagein tagaus miteinander, statt übereinander zu sprechen! Wie gut das funktioniert, kann man in den Redaktionsräumen beobachten: Von der konzentrierten Stille, über gemeinsame Mittags- und Zigarettenpausen hin zu viel Spaß und Austausch – die Atmosphäre ist stets fröhlich und produktiv, gesprochen wird oft in mehreren Sprachen gleichzeitig. Inspirierend ist zudem die Lage des Büros gleich hinter dem Hauptbahnhof und die immer offene Tür: Beides sorgt für viel Durchlaufverkehr, neue Gesichter und Geschichten.

Um noch mehr in das weite Themenspektrum von Migration, Integration, Bürgerbeteiligung und natürlich des Magazinmachens einzutauchen, finden wöchentlich kostenlose Diskussionsrunden und Vorträge für alle Teilnehmenden des Projekts und Interessierte im Redaktionsbüro statt. Unter den Vortragenden waren bisher Hartmut el Kurdi (Kolumnist und Autor), Laura Müller (Flüchtlingsrat Niedersachsen) sowie das Büro Bordeaux, welche das Brasilia Magazin gestaltet und organisiert.

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Das Redaktionsbüro liegt mitten in Hannover, in der Nähe des Hauptbahnhofs, und ist unter der Woche täglich von 10 Uhr bis 22 Uhr geöffnet.
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Neben all der kreativen und journalistischen Arbeit für das Magazin, geht es in den Büroräumen auch mal handwerklich zu.
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Sebastian Cunitz, einer der Gründer des Cameo Kollektivs, begrüßt Interessierte bei der Kick-off-Veranstaltung des Magazins Anfang September.

Alle Fotos: Cameo Kollektiv

Mehr zu den Veranstaltungen: www.cameo-kollektiv.de/termine/